




Publikationen
Ambulante Thrombose Der Mediziner 2009
Anale Quälgeister bekämpfen
Auch an Sportverletzungen denken
Krampfadern - wann und wie behandeln
Schmerzen in Hüfte Leiste und Unterbauch
Thrombosen Fistel Hämorrhoiden
Varizen
Was steckt hinter Leistenschmerzen
Holzheimer RG. Inguinal hernia repair: what to do with the evidence? World J Surg 2009;33(10):2056-7
Holzheimer RG. Complications after mesh plug inguinal hernia repair: there is no easy bypass to inguinal hernia surgery. Surgery 2009;145(6):690-1
Holzheimer RG. After post-operative pain now the post-operative fatigue syndrome: wash my fur but do not wet me? World J Surg 2009;33(4):746-7
Holzheimer RG. Traumatic abdominal wall hernia diagnosed 14 years after a bad fall with lumbar spine fracture. Eur J Med Res 2008;13(10):487-92
Traumatische Bauchwandhernie die 14 Jahre nach einem Sturz mit LWS-Fraktur diagnostiziert wurde.
Traumatische Bauchwandhernien haben für Patienten und Versicherungen besondere Auswirkungen, vor allem wenn sie zum Zeitpunkt des Unfalles nicht erkannt werden. Wir stellen den Fall eines Gärtners dar, der 1994 einen Arbeitsunfall mit Fraktur der Lendenwirbelsäule hatte. Die Fraktur wurde sofort am Aufnahmetag im Krankenhaus operiert und stabilisiert. Der Patient klagte postoperativ über Schmerzen im linken Oberschenkel, Leiste und Unterbauch bzw. auch im Steißbein. Auf Grund des Befundes erhoben bei neurologischen Untersuchungen wurde eine weitere Operation in der Lendenwirbelsäule durchgeführt, die aber nicht in der Lage war die Schmerzen zu beseitigen, noch die neurologischen Untersuchungsergebnisse zu verändern. In der Folgezeit nahmen die Beschwerden sogar zu; der Patient konnte keine Treppen mehr steigen, er konnte die Kupplung im Wagen nicht betätigen und er war zunehmend in seiner Mobilität eingeschränkt. Es konnte in der Praxisklinik Sauerlach die Diagnose einer traumatischen Hernie gestellt werden. Die Diagnose wurde während der Operation bestätigt. Der Patient wurde durch ein gewebeschonendes Operationsverfahren von seinen Schmerzen befreit, er konnte wieder Treppen steigen, die Kupplung betätigen und längere Strecken gehen. Schlussfolgerung: Patienten mit einer traumatischen Hernie müssen operativ versorgt werden, nachdem andere Ursachen der Beschwerden ausgeschlossen worden sind, um Folgeerkrankungen, die durch die Fehlbelastung entstehen, wie z.B. Hüftkopfveränderungen, Wirbelsäulenveränderungen und Einschränkungen in der Atmung zu vermeiden. Bei unklaren Unterbauch- und Leistenschmerzen sollte man auch an die Möglichkeit einer traumatischen Hernie denken.
Holzheimer RG, Stautner-Brückmann C. Calf pain in runners may be caused by venous insufficiency. Eur J Med Res 2008;13(5):154-64
Wadenschmerz bei Langsteckenläufern kann durch eine venöse Insuffizienz verursacht sein.
Beinschmerzen von Langstreckenläufern bzw. Joggern haben ihre Ursache meist in Veränderungen des Bewegungsapparates. Seltener findet man Gefäßerkrankungen wie z.B. ein Arteria poplitea Entrapment Syndrom. Eine venöses Entrapment oder Claudicatio venosa wurde bisher nur nach einer tiefen Beinvenenthrombose beschrieben. Wir stellen den Fall eines Sportlers vor, der nach einem Kilometer Lauf ohne erkennbaren Grund Schmerzen in der Wade bekam und anhalten musste. Die orthopädische Untersuchung ergab keinen Hinweis auf eine orthopädische Erkrankung. Nachdem wir ein arterielles Entrapment Syndrom ausgeschlossen hatten, blieb als einzige Veränderung eine insuffiziente Vena saphena parva rechts (oberfl. Vene in der Wade, die in der Kniekehle in das tiefe Venensystem mündet). Wir führten eine Krossektomie mit Varizenexhairese (Unterbindung der Einmündung der Vene und Venenteilentfernung) durch. 2-3 Wochen nach der Operation konnte der Patient wieder seine normale Wegstrecke von 5 Kilometer rennen. Schlußfolgerung: Beinbeschwerden bei Sportlern können auch durch Venenerkrankungen ausgelöst werden. Durch eine Venenoperation kann hier schnelle Abhilfe geschaffen werden.
Holzheimer RG. Pathophysiology of groin pain in sporting patients may be more complex than the standard definition of groin hernia. J Am Coll Surg 2008;207(1):142-3
Holzheimer RG. More respect for anatomy in hernia repair, please! Clin Anat 2008;21(2):215-6
Holzheimer RG, Gresser U. Inguinal hernia vs. arthritis of the hip in sporting adolescents - case report and review of the literature. Eur J Med Res 2007;12(7):314-9
Leistenhernie versus Hüftarthritis von sportlich aktiven Heranwachsenden - Fallbericht und Literaturübersicht.
Chronische Hüft-, Leisten- oder Oberschenkelschmerzen können durch viele krankhafte Veränderungen verusacht sein und damit erhebliche Schwierigkeiten für die Diagnosestellung machen. Wir berichten über eine 10 jährige Schülerin, die nach einem Weitwurfwettbewerb 6 Monate über schwere Schmerzen in der Leiste und Hüfte klagte, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Gehens führten. Sie konnte nur noch mit Gehstützen gehen und vermied es Treppen zu steigen. Die Patientin wurde wegen Coxitis fugax (Hüftschnupfen), Arthritis, Streptokokkenarthritis, Morbus Perthes, rheumatoidem Fieber bzw. rheumatoider Arthritis behandelt. Bei der Erstuntersuchung bei uns klagte sie über heftige Schmerzen in der Leiste, direkt über dem Leistenband, bei ansonsten freier Beweglichkeit der Hüfte. Es bestand eine familiäre Häufung der Leistenhernie, auch wenn äußerlich keine Vorwölbung sichtbar war. Infiltration der Leiste brachte eine sofortige Beschwerdefreiheit. Intra-operativ wurde die Diagnose Leistenhernie und isolierte Nerveneinklemmung bestätigt. Nach erfolgreicher Herniotomie und Neurolyse bzw. Nerventeilentfernung war die Schülerin beschwerdefrei und konnte wieder wie gewohnt ihren sportlichen Aktivitäten nachgehen. Um dieses diagnostische Dilemma zu vermeiden, sollte man alle Möglichkeiten der Leistenschmerzes in Betracht ziehen und sich nicht von der fehlenden Vorwölbung irreführen lassen. Gerade bei Frauen, Sportlern oder Männern mit mehr Fettgewebe fehlt diese Vorwölbung. Ein Leistenbruch lässt sich dann nur im Ultraschall feststellen.
Holzheimer RG. Low recurrence rate in hernia repair - results in 300 patients with open mesh repair of primary inguinal hernia. Eur J Med RRes 2007;12(1):1-5
Niedrige Rezidivquote nach Leistenbruchoperation - Ergebnisse von 300 Patienten mit offener Netzversorgung bei primärer Leistenhernie.
In den USA werden etwa 700.000 Leistenbruchoperationen ambulant offen mit Netz durchgeführt. Wir haben prospektiv bei 300 Patienten, die ambulant wegen einer primären Leistenhernie operiert wurden und dabei offen ein modernes gewebefreundliches Netz zur Bauchwandverstärkung erhielten, die Ergebnisse der operativen Behandlung (Rezidivquote, Komplikationen, Schmerzen) erfasst. Nur ein Patient klagte postoperativ über geringe Übelkeit und ein Raucher entwickelte eine Entzündung in der Leiste, die aber rasch beherrscht werden konnte und für den Patienten ohne Folgen blieb. Während der Operation traten keine Komplikationen auf. Nach der Operation entwickelten 5 Patienten ein Serom (Ansammlung von Wundwasser) bzw. eine Gewebeveränderung im Unterhautgewebe, die aber ebenfalls ohne Folgen blieben. Innerhalb des Kontrollzeitraumes von 13 Monaten kam es bei 4 Leistenbruchoperationen von 355 Operationen zu einem Rezidiv (erneuten Auftreten des Leistenbruches) (1.1%). Es gab keinen Fall von chronischen Schmerzen nach einer Leistenbruchoperation oder sonstige Netz-relevante Komplikationen. 14 Patienten (4,66%) klagten während der Beobachtungsphase über die Beschwerden, die aber von anderen Erkrankungen (Bandscheibenprolaps, Nervenwurzelveränderungen der Wirbelsäule, Neuropathien bzw. Veränderungen nach einer Hüftendoprothesenoperation) verusacht wurden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass unsere Methode der Leistenbruchversorgung erfolgreich (1,1% Rezidive versus ca. 20% im Bundesdurchschnitt), sicher (keine nennenswerten Komplikationen) und schmerzfrei (keine nennenswerten Schmerzen nach der Operation, kein chronischer Schmerz) mit gutem kosmetischem Ergebnis ist. Diese ambulante Leistenbruchoperation ist eine Alternative zur Behandlung in der Klinik (Vermeidung von Krankenhausinfektionen)bzw. zur laparoskopischen Leistenbruchoperationen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen im Bauchraum haben. Chronische Schmerzen - sie werden inzwischen mit 30-50% in der Literatur angegeben - lassen sich durch ein gewebeschonendes Verfahren mit entsprechender Schmerzprophylaxe vermeiden. Verlässliche Aussagen zu Ergebnissen nach Leistenbruchoperationen lassen sich nur dann erreichen, wenn die Patienten nach der Operation auch persönlich vom Chirurgen gesehen werden.
Holzheimer RG, Siebeck M. Treatment procedures for anal fistulous cryptoglandular abscess - how to get the best results. Eur J Med Res 2006;11(12):501-515
Holzheimer RG. Should we use routinely prophylactic antibiotics in patients with chest trauma? World J Surg 2006;30(11):2080-1
Holzheimer RG. Inguinal hernia: classification, diagnosis and treatment - classic, traumatic and Sportsman s hernia. Eur J Med Res 2005;10(3):121-34
Leistenbruch: Klassifikation, Diagnose und Behandlung bei der klassischen Leistenhernie, traumatischen Leistenhernie und Sportlerhernie.
Jährlich werden mehr als 600,000 Leistenbrüche in den USA versorgt. Die wirkliche Zahl von Leistenbrüchen dürfte höher liegen. Viele werden nicht erkannt, z.B. Sportlerhernien, oder sind asymptomatisch. Leistenbrüche, traumatische Hernien bzw. Sportlerhernien haben unterschiedliche Ursachen für ihre Entstehung. Leistenbrüche werden nach der Nyhus-Klassifikation eingeteilt; dies kann für die operative Behandlung Bedeutung haben. Nach kürzlich veröffentlichten Meta-Analysen hat die offene Netz-unterstützte Behandlung bestimmte Vorteile gegenüber den laparoskopischen Verfahren. Laparoskopische Verfahren sind aufwendiger und dauern länger, kosten mehr und haben ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen im Bauchraum. Es gab sogar eine grosse Studie mit mehreren tausend Patienten in den USA, die nachwies, dass nach laparoskopischen Leistenbruchoperationen mehr Rezidive (Wiederauftreten des Leistenbruches) beobachtet wurden. Laparoskopische Eingriffe sind mit bestimmten Komplikationen assoziiert, die man bei offenen Leistenbruchoperationen nicht feststellen kann: Pneumomediastinum, Pneumothorax, Gasaustritt, Trokarverletzungen, Adhäsionen im Bauchraum, Darmverschluss, Trokarhernien. Meist werden die Leistenbrüche als direkt oder indirekt, primär oder Rezidiv beschrieben. Die bestehenden Klassifikationen basieren auf anatomischen Beschreibungen bezüglich des Leistenkanals bzw. Grösse des Leistenbruches. Die Grösse des Leistenbruches sagt aber nichts über mögliche Beschwerden oder Komplikationen aus. Der postoperative Verlauf nach einer Leistenbruchoperation kann durch Gewebeverwachsungen, Vernarbungen im Leistenbereich beeinflusst werden. Patienten-abhängige Faktoren, die das Operationsergebnis beeinflussen können, sind: Rauchen, Diabetes, schwere Allgemeinerkrankung, Adipositas. Davon werden die Operateur-abhängigen Faktoren unterschieden: Erfahrung, gewebeschonendes Präparieren. Direkte oder indirekte Leistenbrüche, Skrotalhernien (Riesenhernien) oder Schenkelhernien können je nachdem ob diese einen Hinterwanddefekt der Leiste und/oder Vorderwanddefekt haben oder eine Rezidiv- und Narbenhernie darstellen unterschiedliche Verläufe nach einer Operation aufweisen. Es ist eben nicht jede Hernie gleich. Leistenhernien können sehr komplex sein und einen Operateur mit Erfahrung erforderlich machen.
Holzheimer RG. Laparoscopic procedures as a risk factor of deep venous thrombosis, superficial ascending thrombophlebitis and pulmonary embolism - case report and review of the literature. Eur J Med Res 2004;9(9):417-22
Laparoskopische Operationsverfahren wurden für viele Erkrankungen verwendet: Gallensteine, Hernien, Appendizitis, Fundoplicatio, Dickdarmerkrankungen und gynäkologische Erkrankungen. Das laparoskopische Verfahren wurde als sicheres Verfahren propagiert mit nur wenigen Einschränkungen wie z.B. Herz-Lungen-Erkrankungen. Nachdem der ursprüngliche Enthusiasmus einer kritischeren Bewertung gewichen ist, fand man auch die Komplikationen heraus. Es gab dann eine Diskussion ob laparoskopische Operationsverfahren häufiger zu Thrombosen neigen. Die thromboembolischen Komplikationen könnten Folgen des Pneumoperitoneums (erhöhter Druck im Bauchraum und negative Trendelenburglagerung) und einer Aktivierung des Hämostasesystems sein. Venenerkrankungen sind mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden. Die Assoziation von Varizen mit thromboembolischen Komplikationen bei laparoskopischen Operationen erschien bisher unklar zu sein. Wir stellen einen Fall eines aszendierenden Thrombophlebitis in der Vena saphena magna beidseits nach einem laparoskopischen Eingriff vor. Nur durch eine notfallmässige Krossektomie (Venenunterbindung) der Vena saphena magna beidseits konnte verhindert werden, dass die aszendierende Thrombophlebitis sich auch noch in das tiefe Venensystem ausbreitete. Schlussfolgerung: Die Kombination von Varizen und laparoskopischer Operation kann zu einem erhöhten Thromboserisiko führen. Prinzipiell kann eine Venenthrombose durch die Veränderungen der laparoskopischen Operation (erhöhter Druck im Bauchraum, Lagerung, Aktivierung der Hämostase) begünstigt werden.
Holzheimer RG. First results of Lichtenstein hernia repair with Ultrapro-mesh as cost saving procedure - quality control combined with a modified quality of life questionnaire (SF-36) in a series of ambulatory operated patients. Eur J Med Res 2004;9(6):323-7
Wir berichten über die ersten Ergebnisse der Leistenbruchversorgung bei primären Leistenhernien mit einem Ultrapro-Netz (Lebensqualität, Wiederauftreten der Hernie (Rezidiv), Komplikationen). 50 Patienten wurden prospektiv erfasst. Die Patienten wurden nach drei Monaten nachuntersucht. Es gab keine Komplikationen während der Operation. Es gab keine nennenswerten postoperativen Komplikationen, zwei Patienten entwickelt postoperativ einen geringen Bluterguss. 98% der Patienten hatten keine Schmerzen. 68% der Patienten gaben an, dass sich ihr Gesundheitszustand nach der Operation verbessert habe, 22% der Patienten mit gutem oder sehr gutem Gesundheitszustand bemerkten darin auch keine Veränderung. Es gab keine Komplikation, die in Zusammenhang mit dem Netz stand. Ein einziger Patient klagt noch länger über Schmerzen, die aber schon seit zwei vorangehenden laparoskopischen Eingriffen bestanden.
Holzheimer RG. Low-molecular-weight heparin (LMWH) in the treatment of thrombosis. Eur J Med Res 2004;9(4):225-39
Holzheimer RG. Prophylaxis of thrombosis with low-molecular-weight heparin (LMWH). Eur J Med Res 2004;9(3):150-70
Holzheimer RG. Hemorrhoidectomy: indications and risks. Eur J Med Res 2004;9(1):18-36
Holzheimer RG, Nitz C, Gresser U. Lunar phase does not influence surgical quality. Eur J Med Res 2003;8(9):414-8
Anale Quälgeister bekämpfen
Auch an Sportverletzungen denken
Krampfadern - wann und wie behandeln
Schmerzen in Hüfte Leiste und Unterbauch
Thrombosen Fistel Hämorrhoiden
Varizen
Was steckt hinter Leistenschmerzen
Holzheimer RG. Inguinal hernia repair: what to do with the evidence? World J Surg 2009;33(10):2056-7
Holzheimer RG. Complications after mesh plug inguinal hernia repair: there is no easy bypass to inguinal hernia surgery. Surgery 2009;145(6):690-1
Holzheimer RG. After post-operative pain now the post-operative fatigue syndrome: wash my fur but do not wet me? World J Surg 2009;33(4):746-7
Holzheimer RG. Traumatic abdominal wall hernia diagnosed 14 years after a bad fall with lumbar spine fracture. Eur J Med Res 2008;13(10):487-92
Traumatische Bauchwandhernie die 14 Jahre nach einem Sturz mit LWS-Fraktur diagnostiziert wurde.
Traumatische Bauchwandhernien haben für Patienten und Versicherungen besondere Auswirkungen, vor allem wenn sie zum Zeitpunkt des Unfalles nicht erkannt werden. Wir stellen den Fall eines Gärtners dar, der 1994 einen Arbeitsunfall mit Fraktur der Lendenwirbelsäule hatte. Die Fraktur wurde sofort am Aufnahmetag im Krankenhaus operiert und stabilisiert. Der Patient klagte postoperativ über Schmerzen im linken Oberschenkel, Leiste und Unterbauch bzw. auch im Steißbein. Auf Grund des Befundes erhoben bei neurologischen Untersuchungen wurde eine weitere Operation in der Lendenwirbelsäule durchgeführt, die aber nicht in der Lage war die Schmerzen zu beseitigen, noch die neurologischen Untersuchungsergebnisse zu verändern. In der Folgezeit nahmen die Beschwerden sogar zu; der Patient konnte keine Treppen mehr steigen, er konnte die Kupplung im Wagen nicht betätigen und er war zunehmend in seiner Mobilität eingeschränkt. Es konnte in der Praxisklinik Sauerlach die Diagnose einer traumatischen Hernie gestellt werden. Die Diagnose wurde während der Operation bestätigt. Der Patient wurde durch ein gewebeschonendes Operationsverfahren von seinen Schmerzen befreit, er konnte wieder Treppen steigen, die Kupplung betätigen und längere Strecken gehen. Schlussfolgerung: Patienten mit einer traumatischen Hernie müssen operativ versorgt werden, nachdem andere Ursachen der Beschwerden ausgeschlossen worden sind, um Folgeerkrankungen, die durch die Fehlbelastung entstehen, wie z.B. Hüftkopfveränderungen, Wirbelsäulenveränderungen und Einschränkungen in der Atmung zu vermeiden. Bei unklaren Unterbauch- und Leistenschmerzen sollte man auch an die Möglichkeit einer traumatischen Hernie denken.
Holzheimer RG, Stautner-Brückmann C. Calf pain in runners may be caused by venous insufficiency. Eur J Med Res 2008;13(5):154-64
Wadenschmerz bei Langsteckenläufern kann durch eine venöse Insuffizienz verursacht sein.
Beinschmerzen von Langstreckenläufern bzw. Joggern haben ihre Ursache meist in Veränderungen des Bewegungsapparates. Seltener findet man Gefäßerkrankungen wie z.B. ein Arteria poplitea Entrapment Syndrom. Eine venöses Entrapment oder Claudicatio venosa wurde bisher nur nach einer tiefen Beinvenenthrombose beschrieben. Wir stellen den Fall eines Sportlers vor, der nach einem Kilometer Lauf ohne erkennbaren Grund Schmerzen in der Wade bekam und anhalten musste. Die orthopädische Untersuchung ergab keinen Hinweis auf eine orthopädische Erkrankung. Nachdem wir ein arterielles Entrapment Syndrom ausgeschlossen hatten, blieb als einzige Veränderung eine insuffiziente Vena saphena parva rechts (oberfl. Vene in der Wade, die in der Kniekehle in das tiefe Venensystem mündet). Wir führten eine Krossektomie mit Varizenexhairese (Unterbindung der Einmündung der Vene und Venenteilentfernung) durch. 2-3 Wochen nach der Operation konnte der Patient wieder seine normale Wegstrecke von 5 Kilometer rennen. Schlußfolgerung: Beinbeschwerden bei Sportlern können auch durch Venenerkrankungen ausgelöst werden. Durch eine Venenoperation kann hier schnelle Abhilfe geschaffen werden.
Holzheimer RG. Pathophysiology of groin pain in sporting patients may be more complex than the standard definition of groin hernia. J Am Coll Surg 2008;207(1):142-3
Holzheimer RG. More respect for anatomy in hernia repair, please! Clin Anat 2008;21(2):215-6
Holzheimer RG, Gresser U. Inguinal hernia vs. arthritis of the hip in sporting adolescents - case report and review of the literature. Eur J Med Res 2007;12(7):314-9
Leistenhernie versus Hüftarthritis von sportlich aktiven Heranwachsenden - Fallbericht und Literaturübersicht.
Chronische Hüft-, Leisten- oder Oberschenkelschmerzen können durch viele krankhafte Veränderungen verusacht sein und damit erhebliche Schwierigkeiten für die Diagnosestellung machen. Wir berichten über eine 10 jährige Schülerin, die nach einem Weitwurfwettbewerb 6 Monate über schwere Schmerzen in der Leiste und Hüfte klagte, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Gehens führten. Sie konnte nur noch mit Gehstützen gehen und vermied es Treppen zu steigen. Die Patientin wurde wegen Coxitis fugax (Hüftschnupfen), Arthritis, Streptokokkenarthritis, Morbus Perthes, rheumatoidem Fieber bzw. rheumatoider Arthritis behandelt. Bei der Erstuntersuchung bei uns klagte sie über heftige Schmerzen in der Leiste, direkt über dem Leistenband, bei ansonsten freier Beweglichkeit der Hüfte. Es bestand eine familiäre Häufung der Leistenhernie, auch wenn äußerlich keine Vorwölbung sichtbar war. Infiltration der Leiste brachte eine sofortige Beschwerdefreiheit. Intra-operativ wurde die Diagnose Leistenhernie und isolierte Nerveneinklemmung bestätigt. Nach erfolgreicher Herniotomie und Neurolyse bzw. Nerventeilentfernung war die Schülerin beschwerdefrei und konnte wieder wie gewohnt ihren sportlichen Aktivitäten nachgehen. Um dieses diagnostische Dilemma zu vermeiden, sollte man alle Möglichkeiten der Leistenschmerzes in Betracht ziehen und sich nicht von der fehlenden Vorwölbung irreführen lassen. Gerade bei Frauen, Sportlern oder Männern mit mehr Fettgewebe fehlt diese Vorwölbung. Ein Leistenbruch lässt sich dann nur im Ultraschall feststellen.
Holzheimer RG. Low recurrence rate in hernia repair - results in 300 patients with open mesh repair of primary inguinal hernia. Eur J Med RRes 2007;12(1):1-5
Niedrige Rezidivquote nach Leistenbruchoperation - Ergebnisse von 300 Patienten mit offener Netzversorgung bei primärer Leistenhernie.
In den USA werden etwa 700.000 Leistenbruchoperationen ambulant offen mit Netz durchgeführt. Wir haben prospektiv bei 300 Patienten, die ambulant wegen einer primären Leistenhernie operiert wurden und dabei offen ein modernes gewebefreundliches Netz zur Bauchwandverstärkung erhielten, die Ergebnisse der operativen Behandlung (Rezidivquote, Komplikationen, Schmerzen) erfasst. Nur ein Patient klagte postoperativ über geringe Übelkeit und ein Raucher entwickelte eine Entzündung in der Leiste, die aber rasch beherrscht werden konnte und für den Patienten ohne Folgen blieb. Während der Operation traten keine Komplikationen auf. Nach der Operation entwickelten 5 Patienten ein Serom (Ansammlung von Wundwasser) bzw. eine Gewebeveränderung im Unterhautgewebe, die aber ebenfalls ohne Folgen blieben. Innerhalb des Kontrollzeitraumes von 13 Monaten kam es bei 4 Leistenbruchoperationen von 355 Operationen zu einem Rezidiv (erneuten Auftreten des Leistenbruches) (1.1%). Es gab keinen Fall von chronischen Schmerzen nach einer Leistenbruchoperation oder sonstige Netz-relevante Komplikationen. 14 Patienten (4,66%) klagten während der Beobachtungsphase über die Beschwerden, die aber von anderen Erkrankungen (Bandscheibenprolaps, Nervenwurzelveränderungen der Wirbelsäule, Neuropathien bzw. Veränderungen nach einer Hüftendoprothesenoperation) verusacht wurden. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass unsere Methode der Leistenbruchversorgung erfolgreich (1,1% Rezidive versus ca. 20% im Bundesdurchschnitt), sicher (keine nennenswerten Komplikationen) und schmerzfrei (keine nennenswerten Schmerzen nach der Operation, kein chronischer Schmerz) mit gutem kosmetischem Ergebnis ist. Diese ambulante Leistenbruchoperation ist eine Alternative zur Behandlung in der Klinik (Vermeidung von Krankenhausinfektionen)bzw. zur laparoskopischen Leistenbruchoperationen, die ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen im Bauchraum haben. Chronische Schmerzen - sie werden inzwischen mit 30-50% in der Literatur angegeben - lassen sich durch ein gewebeschonendes Verfahren mit entsprechender Schmerzprophylaxe vermeiden. Verlässliche Aussagen zu Ergebnissen nach Leistenbruchoperationen lassen sich nur dann erreichen, wenn die Patienten nach der Operation auch persönlich vom Chirurgen gesehen werden.
Holzheimer RG, Siebeck M. Treatment procedures for anal fistulous cryptoglandular abscess - how to get the best results. Eur J Med Res 2006;11(12):501-515
Holzheimer RG. Should we use routinely prophylactic antibiotics in patients with chest trauma? World J Surg 2006;30(11):2080-1
Holzheimer RG. Inguinal hernia: classification, diagnosis and treatment - classic, traumatic and Sportsman s hernia. Eur J Med Res 2005;10(3):121-34
Leistenbruch: Klassifikation, Diagnose und Behandlung bei der klassischen Leistenhernie, traumatischen Leistenhernie und Sportlerhernie.
Jährlich werden mehr als 600,000 Leistenbrüche in den USA versorgt. Die wirkliche Zahl von Leistenbrüchen dürfte höher liegen. Viele werden nicht erkannt, z.B. Sportlerhernien, oder sind asymptomatisch. Leistenbrüche, traumatische Hernien bzw. Sportlerhernien haben unterschiedliche Ursachen für ihre Entstehung. Leistenbrüche werden nach der Nyhus-Klassifikation eingeteilt; dies kann für die operative Behandlung Bedeutung haben. Nach kürzlich veröffentlichten Meta-Analysen hat die offene Netz-unterstützte Behandlung bestimmte Vorteile gegenüber den laparoskopischen Verfahren. Laparoskopische Verfahren sind aufwendiger und dauern länger, kosten mehr und haben ein erhöhtes Risiko für schwere Komplikationen im Bauchraum. Es gab sogar eine grosse Studie mit mehreren tausend Patienten in den USA, die nachwies, dass nach laparoskopischen Leistenbruchoperationen mehr Rezidive (Wiederauftreten des Leistenbruches) beobachtet wurden. Laparoskopische Eingriffe sind mit bestimmten Komplikationen assoziiert, die man bei offenen Leistenbruchoperationen nicht feststellen kann: Pneumomediastinum, Pneumothorax, Gasaustritt, Trokarverletzungen, Adhäsionen im Bauchraum, Darmverschluss, Trokarhernien. Meist werden die Leistenbrüche als direkt oder indirekt, primär oder Rezidiv beschrieben. Die bestehenden Klassifikationen basieren auf anatomischen Beschreibungen bezüglich des Leistenkanals bzw. Grösse des Leistenbruches. Die Grösse des Leistenbruches sagt aber nichts über mögliche Beschwerden oder Komplikationen aus. Der postoperative Verlauf nach einer Leistenbruchoperation kann durch Gewebeverwachsungen, Vernarbungen im Leistenbereich beeinflusst werden. Patienten-abhängige Faktoren, die das Operationsergebnis beeinflussen können, sind: Rauchen, Diabetes, schwere Allgemeinerkrankung, Adipositas. Davon werden die Operateur-abhängigen Faktoren unterschieden: Erfahrung, gewebeschonendes Präparieren. Direkte oder indirekte Leistenbrüche, Skrotalhernien (Riesenhernien) oder Schenkelhernien können je nachdem ob diese einen Hinterwanddefekt der Leiste und/oder Vorderwanddefekt haben oder eine Rezidiv- und Narbenhernie darstellen unterschiedliche Verläufe nach einer Operation aufweisen. Es ist eben nicht jede Hernie gleich. Leistenhernien können sehr komplex sein und einen Operateur mit Erfahrung erforderlich machen.
Holzheimer RG. Laparoscopic procedures as a risk factor of deep venous thrombosis, superficial ascending thrombophlebitis and pulmonary embolism - case report and review of the literature. Eur J Med Res 2004;9(9):417-22
Laparoskopische Operationsverfahren wurden für viele Erkrankungen verwendet: Gallensteine, Hernien, Appendizitis, Fundoplicatio, Dickdarmerkrankungen und gynäkologische Erkrankungen. Das laparoskopische Verfahren wurde als sicheres Verfahren propagiert mit nur wenigen Einschränkungen wie z.B. Herz-Lungen-Erkrankungen. Nachdem der ursprüngliche Enthusiasmus einer kritischeren Bewertung gewichen ist, fand man auch die Komplikationen heraus. Es gab dann eine Diskussion ob laparoskopische Operationsverfahren häufiger zu Thrombosen neigen. Die thromboembolischen Komplikationen könnten Folgen des Pneumoperitoneums (erhöhter Druck im Bauchraum und negative Trendelenburglagerung) und einer Aktivierung des Hämostasesystems sein. Venenerkrankungen sind mit einem erhöhten Thromboserisiko verbunden. Die Assoziation von Varizen mit thromboembolischen Komplikationen bei laparoskopischen Operationen erschien bisher unklar zu sein. Wir stellen einen Fall eines aszendierenden Thrombophlebitis in der Vena saphena magna beidseits nach einem laparoskopischen Eingriff vor. Nur durch eine notfallmässige Krossektomie (Venenunterbindung) der Vena saphena magna beidseits konnte verhindert werden, dass die aszendierende Thrombophlebitis sich auch noch in das tiefe Venensystem ausbreitete. Schlussfolgerung: Die Kombination von Varizen und laparoskopischer Operation kann zu einem erhöhten Thromboserisiko führen. Prinzipiell kann eine Venenthrombose durch die Veränderungen der laparoskopischen Operation (erhöhter Druck im Bauchraum, Lagerung, Aktivierung der Hämostase) begünstigt werden.
Holzheimer RG. First results of Lichtenstein hernia repair with Ultrapro-mesh as cost saving procedure - quality control combined with a modified quality of life questionnaire (SF-36) in a series of ambulatory operated patients. Eur J Med Res 2004;9(6):323-7
Wir berichten über die ersten Ergebnisse der Leistenbruchversorgung bei primären Leistenhernien mit einem Ultrapro-Netz (Lebensqualität, Wiederauftreten der Hernie (Rezidiv), Komplikationen). 50 Patienten wurden prospektiv erfasst. Die Patienten wurden nach drei Monaten nachuntersucht. Es gab keine Komplikationen während der Operation. Es gab keine nennenswerten postoperativen Komplikationen, zwei Patienten entwickelt postoperativ einen geringen Bluterguss. 98% der Patienten hatten keine Schmerzen. 68% der Patienten gaben an, dass sich ihr Gesundheitszustand nach der Operation verbessert habe, 22% der Patienten mit gutem oder sehr gutem Gesundheitszustand bemerkten darin auch keine Veränderung. Es gab keine Komplikation, die in Zusammenhang mit dem Netz stand. Ein einziger Patient klagt noch länger über Schmerzen, die aber schon seit zwei vorangehenden laparoskopischen Eingriffen bestanden.
Holzheimer RG. Low-molecular-weight heparin (LMWH) in the treatment of thrombosis. Eur J Med Res 2004;9(4):225-39
Holzheimer RG. Prophylaxis of thrombosis with low-molecular-weight heparin (LMWH). Eur J Med Res 2004;9(3):150-70
Holzheimer RG. Hemorrhoidectomy: indications and risks. Eur J Med Res 2004;9(1):18-36
Holzheimer RG, Nitz C, Gresser U. Lunar phase does not influence surgical quality. Eur J Med Res 2003;8(9):414-8
